Archive for the ‘Andalucía’ Category

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Spaniens neue Immobilien-Falle

2012/11/22

Am 20.11.2012 berichtete Die Welt über eine Idee der spanischen Regierung. Immobilienkäufer, die für mindestens 160.000 Euro ein Objekt kaufen, sollen ein lebenslanges Bleiberecht erhalten:

Spanien lockt Immobilienkäufer mit Bleiberecht

Nun, wie krank ist das denn?

Die Spanier haben Jahrzehnte lang die ausländischen Haus- & Wohnungsbesitzer verarscht:

  1. Zwangsenteignungen wegen geplanter Strassen, die nie gebaut wurden
  2. Gezerre um Baugenehmigungen, die von korrupten Lokalfürsten erteilt, aber von der Provinzregierung wieder einkassiert wurden, mit dem Resultat, dass das Eigentum per Bulldozer eingeebnet wurde – ohne Entschädigung, versteht sich. Bevorzugt wurden in Valencia und Andalucía diese Massnahmen bei Ausländern – konkreter bei Deutschen und Engländern – durchgeführt.
  3. Abzocke der Ausländer durch die Behörden an allen Ecken und Enden. Statt es den Investoren einfach zu gestalten, wurden immer neue bürokratische Hürden errichtet, um neue Gebühren für Bescheinigungen, Genehmigungen und Gutachten zu erpressen.
  4. Auflagen, die Spanier nicht erfüllen mussten: Besass man auf den Balearen eine Finca mit viel Land, auf dem Orangenbäume wuchsen, war man zur Ernte verpflichtet, obwohl der Kilopreis bei weitem nicht die Lohnkosten erzielte.
  5. Anheben der Grundsteuer um – nein, nicht 10%, sondern um 100%, 200% und teilweise 300%. Die Gemeinden konnten die Sätze frei und kreativ festlegen. Klar, dass ausgerechnet den guten Lagen, in denen besonders viele Ausländer investiert hatten, die höchsten Sätze auferlegt wurden, oder? Die Raffgier der spanischen Bürgermeister und korrupten Gemeinderatsmitglieder war einfach grenzenlos unverschämt.
  6. Und so weiter…

Bisher haben die Spanier es nur gut verstanden, die Ausländer zu malträtieren und ihnen das Leben so unangenehm wie möglich zu machen. Dieses Jahr folgte dann die Krönung: Alle registrierten Ausländer im Rentenalter wurden per Gesetzt zur Steuerabgabe in Höhe von 20% auf ihre Renten, die nach Spanien überwiesen wurden, verpflichtet. Den Banken wurde Denunziantentum auferlegt – sie sollten melden, wenn regelmässig Beträge aus dem Ausland auf dem spanischen Konto eingehen.

Damit haben sie nochmal sehr viele Rentner dazu bewogen, nach Deutschland heimzukehren. Ein zusätzliches Desaster für den spanischen Immobilienmarkt, von der Regierung gewollt und forciert.

Und jetzt werben die Spanier um liquide Ausländer. Sie sollen ein Bleiberecht auf Lebenszeit erhalten. Hallo? Innerhalb der EU ist dieses Recht bereits Gesetz, auch ich habe eine permanente Residencia – ohne Investition in eine Immobilie.

Aber worauf es den Spaniernn ankommt: Investoren aus Übersee kann man so richtig schön abkochen. Kein Chinese oder Malaye oder Singaporeaner spricht Spanisch – das Desaster dieser Menschen bei Behörden ist vorprogrammiert. Und man kann sie so richtig schön ausnehmen, was die Renten betrifft. Wenn die Investoren hinter diese Falle kommen, ist es zu spät, dann sitzen sie auf ihrer unverkäuflichen Immobilie, die bei Nichtzahlung gepfändet wird.

Wer glaubt denn, dass sich die Spanier jemals ändern werden? Die Lügen, wenn sie nur den Mund aufmachen. Sie sind nach wie vor geldgeil ohne Ende, korrupt wie kaum ein anderes Land, und halten sich weder an Verträge noch an Grundbucheintragungen.

Also Vorsicht! Die Frage lautet nicht: Immobilie in Spanien kaufen oder nicht, sondern: Finger weg von einem Land, in dem seit Jahrzehnten die Willkür herrscht.

Fahren Sie im Urlaub nach Spanien. Spanien ist ein schönes Land. Aber lassen Sie Ihr Geld besser in Deutschland, kaufen sich dort eine Wohnung, oder wandern Sie nach Paraguay aus, da haben Sie mehr von Ihrem Geld und Leben. Viel mehr. Aber vor allem haben Sie Rechtssicherheit in den Grundbüchern. Das Leben geniessen kann man auch, wenn man ‘nur’ zur Miete wohnt. Eigentlich geht es dann viel besser, denn dann kann man jederzeit die Reissleine ziehen und zurück nach Deutschland oder in ein anderes Land, ohne auf einem unverkäuflichen Zementklotz zu sitzen.

Denn eins ist klar: Der Immobilienmarkt in Spanien wird noch für eine Generation (~25 Jahre) tot sein, die Preise noch weiter fallen. Bei der miserablen Bausubstanz werden 80% der leerstehenden Gebäude die nächsten 10 Jahre nicht überstehen, und dann wird eine Abrisswelle kommen müssen, um den Schrott einzuebnen. Hoffen wir, dass die Spanier bis dahin gelernt haben, zu lernen, und dass sie von der EU zur Aufgabe der Korruption gezwungen wurden.

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Leben in Andalucía [ Deutsch ]

2010/10/05

Wenn Sie davon geträumt haben, in Spanien oder sogar konkret in Andalusien zu leben, dann habe ich etwas für Sie. Spannendes, Unterhaltendes, Absurdes, Abschreckendes, Neues, Unbekanntes — Spanien ist sehr vielseitig, und nach über 6 Jahren in diesem Land habe ich nicht nur viel (Illusionen) verloren, sondern auch viel (Einsichten & know how) gewonnen. Eigentlich sollte ich ein Buch darüber schreiben, aber… Nachdem ich 2008 einen Bildband* erstellt hatte, verliess mich das Glück etwas, und ich hatte den richtigen Mut nicht mehr. Abgesehen davon denke ich, dass es ganz gut ist, meine Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen ‘digital’ zu sammeln — ein Buch kann ich dann immer noch mit den Texten gestalten.

Das Panorama oben ist übrigens während der ‘Tour de Andalucía’ mit Bettina in dem wunderschön gelegenen Vejer de la Frontera im Frühjahr 2008 entstanden. 6:35 früh am Morgen, kurz vor Sonnenaufgang und bei minus 6° C auf dem Patio des traumhaften Hotels ‘La Casa del Califa‘ .

Bleiben Sie dran — ob Hauskauf oder -Verkauf, Mietobjekte, Abenteuer, Reisen — Sie werden hier eine Menge an Informationen finden!

— photograph copyright © 1999-2010 by jens g.r. benthien —

[ Acebuchal — ein kleines, weisses Dorf in einem Tal am Südhang der Axárquia / Sierra de Tejada ]

* Eigentlich waren es zwei Bildbände: Andalucía 2008 und Palma 2008. Beide sind ausverkauft, über eine Neu-Auflage denke ich noch nach.