Archive for the ‘Spain’ Category

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Spaniens neue Immobilien-Falle

2012/11/22

Am 20.11.2012 berichtete Die Welt über eine Idee der spanischen Regierung. Immobilienkäufer, die für mindestens 160.000 Euro ein Objekt kaufen, sollen ein lebenslanges Bleiberecht erhalten:

Spanien lockt Immobilienkäufer mit Bleiberecht

Nun, wie krank ist das denn?

Die Spanier haben Jahrzehnte lang die ausländischen Haus- & Wohnungsbesitzer verarscht:

  1. Zwangsenteignungen wegen geplanter Strassen, die nie gebaut wurden
  2. Gezerre um Baugenehmigungen, die von korrupten Lokalfürsten erteilt, aber von der Provinzregierung wieder einkassiert wurden, mit dem Resultat, dass das Eigentum per Bulldozer eingeebnet wurde – ohne Entschädigung, versteht sich. Bevorzugt wurden in Valencia und Andalucía diese Massnahmen bei Ausländern – konkreter bei Deutschen und Engländern – durchgeführt.
  3. Abzocke der Ausländer durch die Behörden an allen Ecken und Enden. Statt es den Investoren einfach zu gestalten, wurden immer neue bürokratische Hürden errichtet, um neue Gebühren für Bescheinigungen, Genehmigungen und Gutachten zu erpressen.
  4. Auflagen, die Spanier nicht erfüllen mussten: Besass man auf den Balearen eine Finca mit viel Land, auf dem Orangenbäume wuchsen, war man zur Ernte verpflichtet, obwohl der Kilopreis bei weitem nicht die Lohnkosten erzielte.
  5. Anheben der Grundsteuer um – nein, nicht 10%, sondern um 100%, 200% und teilweise 300%. Die Gemeinden konnten die Sätze frei und kreativ festlegen. Klar, dass ausgerechnet den guten Lagen, in denen besonders viele Ausländer investiert hatten, die höchsten Sätze auferlegt wurden, oder? Die Raffgier der spanischen Bürgermeister und korrupten Gemeinderatsmitglieder war einfach grenzenlos unverschämt.
  6. Und so weiter…

Bisher haben die Spanier es nur gut verstanden, die Ausländer zu malträtieren und ihnen das Leben so unangenehm wie möglich zu machen. Dieses Jahr folgte dann die Krönung: Alle registrierten Ausländer im Rentenalter wurden per Gesetzt zur Steuerabgabe in Höhe von 20% auf ihre Renten, die nach Spanien überwiesen wurden, verpflichtet. Den Banken wurde Denunziantentum auferlegt – sie sollten melden, wenn regelmässig Beträge aus dem Ausland auf dem spanischen Konto eingehen.

Damit haben sie nochmal sehr viele Rentner dazu bewogen, nach Deutschland heimzukehren. Ein zusätzliches Desaster für den spanischen Immobilienmarkt, von der Regierung gewollt und forciert.

Und jetzt werben die Spanier um liquide Ausländer. Sie sollen ein Bleiberecht auf Lebenszeit erhalten. Hallo? Innerhalb der EU ist dieses Recht bereits Gesetz, auch ich habe eine permanente Residencia – ohne Investition in eine Immobilie.

Aber worauf es den Spaniernn ankommt: Investoren aus Übersee kann man so richtig schön abkochen. Kein Chinese oder Malaye oder Singaporeaner spricht Spanisch – das Desaster dieser Menschen bei Behörden ist vorprogrammiert. Und man kann sie so richtig schön ausnehmen, was die Renten betrifft. Wenn die Investoren hinter diese Falle kommen, ist es zu spät, dann sitzen sie auf ihrer unverkäuflichen Immobilie, die bei Nichtzahlung gepfändet wird.

Wer glaubt denn, dass sich die Spanier jemals ändern werden? Die Lügen, wenn sie nur den Mund aufmachen. Sie sind nach wie vor geldgeil ohne Ende, korrupt wie kaum ein anderes Land, und halten sich weder an Verträge noch an Grundbucheintragungen.

Also Vorsicht! Die Frage lautet nicht: Immobilie in Spanien kaufen oder nicht, sondern: Finger weg von einem Land, in dem seit Jahrzehnten die Willkür herrscht.

Fahren Sie im Urlaub nach Spanien. Spanien ist ein schönes Land. Aber lassen Sie Ihr Geld besser in Deutschland, kaufen sich dort eine Wohnung, oder wandern Sie nach Paraguay aus, da haben Sie mehr von Ihrem Geld und Leben. Viel mehr. Aber vor allem haben Sie Rechtssicherheit in den Grundbüchern. Das Leben geniessen kann man auch, wenn man ‘nur’ zur Miete wohnt. Eigentlich geht es dann viel besser, denn dann kann man jederzeit die Reissleine ziehen und zurück nach Deutschland oder in ein anderes Land, ohne auf einem unverkäuflichen Zementklotz zu sitzen.

Denn eins ist klar: Der Immobilienmarkt in Spanien wird noch für eine Generation (~25 Jahre) tot sein, die Preise noch weiter fallen. Bei der miserablen Bausubstanz werden 80% der leerstehenden Gebäude die nächsten 10 Jahre nicht überstehen, und dann wird eine Abrisswelle kommen müssen, um den Schrott einzuebnen. Hoffen wir, dass die Spanier bis dahin gelernt haben, zu lernen, und dass sie von der EU zur Aufgabe der Korruption gezwungen wurden.

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Es geht noch weiter abwärts

2012/01/24

Das war nicht anders zu erwarten: Die Immobilienpreise in Spanien fallen weiter, und zwar kräftig.

Detaillierte Informationen gibt es hier:

http://casas.facilisimo.com/preciometro/

Wer bisher gehofft hat, noch mehr Geld für sein Haus zu bekommen, hat effektiv den Zug verpasst, denn die Preise werden noch weiter fallen, sowohl für Kauf- als auch für Mietobjekte.

Der Schwung zur Talfahrt wird eher noch zu- als abnehmen, denn die Banken haben keinen Spielraum mehr, die Bestände abzufedern.

Als ich vor knapp einem Jahr (siehe unten) Auswege aus der Situation angerissen hatte, bekam ich einige Zuschriften, in denen mir mitgeteilt wurde, ich würde komplett daneben liegen. Nun, jetzt ist es amtlich, und ich würde nur zu gerne wissen, wer von den cleveren Hausverkäufern des letzten Jahres immer noch in seinen 4 Wänden hockt und von hochpreisigen Verkäufen träumt…

Das ‘preciometro’ zeigt natürlich nur Durchschnittswerte, in einigen Fällen – je nach Lage – ist die derzeitige Situation für Verkäufer schon fast als Desaster zu bezeichnen, aus dem es jetzt, während der Beschleunigung der Talfahrt, keinen Ausweg mehr gibt.

Wohin die Situation führt? Tut mir leid, dazu möchte ich mich im Moment nicht äussern, weil ich mich längere Zeit nicht mehr mit dem Markt beschäftigt habe – es gab interessantere und wichtigere Dinge für mich zu tun. Aber vielleicht habe ich demnächst wieder mehr Zeit, mich um den spanischen Markt zu kümmern – falls mir dazu überhaupt noch die Zeit bleibt, und die Ausweitung des ‘Rettungsschirms’ (ich kann das Wort nicht mehr hören!) auf eine Billion Euro die europäische Wirtschaft nicht schon vorher zusammenbrechen lässt. Ach, da fällt mir ein: Kroatien hat sich jetzt ja ebenfalls für die EU entschieden. Damit kommt dann ab Juni 2013 ein weiterer Schulden-Kandidat in die EU, der seine Ansprüche umgehend einfordern wird. Wetten?! Da die EZB bereits jetzt eine ‘Bad Bank’ ist, wird der Rettungsschirm auch nicht mehr ausreichen, wenn er auf die Summe von einer Billion Euro erweitert wurde. Sie erinnern sich doch noch, wie viel das ist, oder?

Eine Billion Euro sind 1 Million x 1 Million. Oder 1.000 Milliarden. Oder 1.000 x 1.000 Millionen. Die Zahl sieht ausgeschrieben so aus:

1.000.000.000.000, also eine Zahl mit zwölf Nullen VOR dem Komma. Fragen sie mal Ihren Abgeordneten, ob er ihnen sagen kann, wie viel Nullen eine Billion vor dem Komma hat. Wenn er das nicht kann, sollten Sie ihn nicht wiederwählen!

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Wohnungs- & Hausverkauf in Spanien

2011/02/14

Sie wollen also Ihr Haus oder Ihre Wohnung in Spanien verkaufen? Nun gut, es ist zwar nicht der ideale Zeitpunkt für einen Verkauf, aber Sie können mit wenig Aufwand sehr viel machen, um Ihr Haus oder Ihre Wohnung schneller und besser zu verkaufen als Andere.

Dann mal los:  Zur Zeit sind in Spanien ca. 2,5 Millionen Häuser und Wohnungen auf dem Markt. Ob Neubau, Gebraucht, fertiggestellt, halb fertiggestellt, Sohlplatte gegossen oder kurz vor der Fertigstellung (siehe auch Magazin ‘Wirtschaftswoche # 6’ vom 07. Februar 2011, Titel ‘Längst unter Wasser’). Sie haben zwischenzeitlich festgestellt, dass Ihre eigenen Anzeigen in ‘einschlägigen’ Zeitungen oder im Internet nichts gebracht haben, ausser vielleicht ein paar Anrufen oder ein, zwei Besichtigungen. Wahrscheinlich haben Sie auch schon diverse Makler – wovon es nicht mehr viele gibt – angesprochen, was aber bisher auch nicht von Erfolg gekrönt war. Auch nicht mit einem Exklusiv-Vertrag (den man unbedingt vermeiden sollte!).

Was nun?

Haben Sie mal überlegt, wo die Ursachen für den Nicht-Verkauf liegen können? Mal ganz abgesehen von den Preisvorstellungen – da hat die Wirtschaftswoche Recht: die Verkäufer müssen umdenken, 4.000 Euro / m² sind Vergangenheit, realistisch ist eher ein Preis von 1.500 Euro / m² für eine Top-Lage mit sehr gutem Objektzustand und ansprechendem Interieur. Vielleicht liegt der realistische Preis auch irgendwo zwischen diesen Extremen oder sogar nur bei 1.000 Euro / m² – genau kann Ihnen das im Moment niemand sagen, da die Preise immer weiter in den Keller fallen, je mehr der spanische Immobilienmarkt kollabiert.

Immerhin, wenn Sie Ihr Eigentum bereits vor über 10 Jahren gekauft haben, machen Sie selbst mit einem geringeren Preis einen Gewinn. Haben Sie jedoch vor zwei bis fünf Jahren während der Hochphase gekauft, machen Sie einen Verlust. Dann sollten Sie überlegen, welchen ‘Gewinn’ Sie während der Zeit hatten, vom finanziellen Aspekt einmal abgesehen: Sie haben eine schöne Zeit in Ihrem Domizil verbracht, hatten viele herrliche Tage Ihr Leben geniessen können. Teilen Sie einfach mal den eventuellen Verlust durch die Anzahl der Monate, die Sie in Ihrem Domizil verbracht haben, und überlegen Sie, ob dieser Betrag eher einer etwas überhöhten Miete entspricht. In diesem Fall sollten Sie sich einfach damit anfreunden, etwas Geld verloren zu haben, jedoch gleichzeitig Lebenserfahrung und viele schöne Tage gewonnen zu haben.

Sie haben Ihr Objekt erst kurz vor der Krise während der Hochpreisphase gekauft? Dann tragen Sie es mit Fassung und denken Sie daran, dass Ihr Objekt zwar nicht mehr den damaligen Wert hat, aber immerhin noch einen Wert. Damit sind Sie noch viel besser dran als die Menschen, die ihr Geld den Banken anvertraut haben, die es Lehman Brothers weitergereicht hatten: die haben ALLES verloren!

Denken Sie einfach nicht mehr an die Preisvorstellungen, die man Ihnen beim Kauf des Objekts versprochen oder genannt hat. Die Träume gigantischer Gewinnsteigerungen sind seit 3 Jahren endgültig passé und werden – zumindest in Europa –  die nächsten 10 bis 15 Jahre nicht wieder kommen.

Dies nur als Beschreibung der Situation und des Marktes, in dem Sie sich befinden.

Kommen wir zurück zu den Ursachen, die einem Verkauf im Wege stehen.

  • In welchem Zustand ist Ihr Objekt – ganz realistisch betrachtet?
  • Wie wird der Zustand Ihres Objekts von anderen, neutralen Personen beurteilt? (Hier zählt nicht das Urteil von ‘Freunden & Bekannten’!)
  • Wie sieht Ihre Inneneinrichtung aus, in welchem Zustand ist sie? Ist sie zeitgemäss und im Trend?
  • In welchem Zustand sind die Elektroinstallationen, Rohrleitungen, etc.? Alles UP, 3-adrig, oder ummantelte Kupferrohre?
  • In welchem Zustand sind die Wände, das Dach, die Anbauten, die Garage? Feuchtigkeit, Putzprobleme, Garage vollgestopft mit Dingen, die ein potentieller Käufer wegwerfen würde?
  • Wie und wo präsentieren Sie das Objekt? Welche Medien, wo, professionelle Aufbereitung?

Diese Fragen mögen Ihnen im Moment etwas merkwürdig erscheinen, aber vergessen Sie nicht, dass nicht Ihre Meinung zählt! Denken Sie im Kopf des Kunden, des möglichen Besuchers und potentiellen Käufers, dann wird sich das Bild schon gewaltig verschieben und Ihr Objekt – aus einer anderen Erwartungshaltung heraus betrachtet – in ganz anderem Licht erscheinen lassen.

Fakt ist, dass Ihnen kein Makler diese Fragen stellen wird. Er wird Ihr Objekt in seine lange Liste mit aufnehmen, frei nach dem Motto: naja, wenn es jemand kaufen sollte, dann habe ich Glück gehabt und verdiene daran – ob ich daran glaube oder nicht. Der Rest interessiert ihn nicht, weil er absolut keine Verpflichtung hat, nicht einmal für den Fall, dass Sie einen ‘Exklusiv-Vertrag’ mit ihm geschlossen haben. Ihr Objekt hängt dann ein paar Wochen in seinem Schaufenster, dann sind die Farben von der Sonne ausgewaschen. Ihr Objekt wird zur Karteileiche wie hunderte andere Objekte auch.

Nehmen wir einfach mal an, dass Sie schon 10 oder 20 Jahre in dem Haus gewohnt haben. Sie haben es nach **Ihren** Vorstellungen eingerichtet, oder – wie in den meisten Fällen – damals die vorhandene Einrichtung übernommen. Das war und ist leider ein Standard und gleichzeitig eine furchtbare Unsitte in Spanien, mit einem Verkauf gleich seine alten Möbel zu verramschen, ob sie den Vorstellungen des Käufers entsprechen oder nicht.

Gut, Sie haben sich dort wohl gefühlt. Aber: die Zeit ist weiter gegangen, die Trends haben sich erheblich gewandelt. Waren die Objekte früher eher mit kleinen Fenstern ausgestattet und dunkel eingerichtet, sind heute lichtdurchflutete Räume und helle Möbel in modernen Farben gefragt. Mal ehrlich: eigentlich wollten auch Sie schon immer mal eine neue Einrichtung haben, aber die exorbitanten Preise oder die lausige Qualität der spanischen Möbel haben Sie bisher davon abgehalten.

Über Geschmack lässt sich trefflich streiten, aber über Trends, Zeitgeist und Zeitgeschmack nicht. Das sind Fakten, die Sie wirklich berücksichtigen sollten, wenn Sie Ihr Objekt in diesen Zeiten verkaufen wollen oder müssen. Und Hand aufs Herz: Glauben Sie wirklich, dass Kaufinteressenten IKEA-Möbel nicht ebenso schnell erkennen wie Sie? Seien Sie **realistisch** – Sie wissen genau, dass die heutigen Käufer nicht mit einem Klammerbeutel gepudert wurden und auf Ammenmärchen hereinfallen! Der heutige Käufer will **seine** Vorstellungen umsetzen, er will trendgerecht leben und sich nicht mit der Beseitigung von Gegenständen befassen, die für ihn keinen Wert haben.

— photograph copyright © 1999-2010 by jens g.r. benthien —

Aufgeräumt, grosszügige Wirkung, spezielles Objektiv für die Aufnahme, und schon sieht dieser Raum attraktiv aus. Mit ein paar kleinen Tricks kann man grosse, hohe Fenster und Türen simulieren, ohne die Fenstergrösse zu verändern. Im Gegensatz zu dieser Aufnahme wäre das Licht dabei noch weicher und gleichmässiger. Mehr Informationen erhalten Sie direkt von mir.

Ich weiss – das tut weh, hilft aber nichts. Sie wollen verkaufen, Sie wollen sich von anderen Anbieter abheben um Erfolg zu haben. Nicht der Makler, nicht ich, nicht Ihr Nachbar, nicht IKEA. Sie und sonst niemand.

Wenn Ihnen bisher niemand die obigen Fragen gestellt und Ihnen deutlich die Situation vor Augen geführt hat, dann wird es Zeit. Jetzt. Denn jetzt können Sie noch etwas unternehmen – in drei Jahren haben Sie bereits wieder so viel Geld in Ihr Objekt stecken müssen, damit es nicht verfällt, dass Sie davon locker eine kleine Umgestaltung hätten finanzieren können – einmal ganz abgesehen von dem höheren Preis, den Sie mit einem trendgerechten Objekt erzielen können.

Wollen Sie noch 3 Jahre warten, oder wollen Sie sofort durchstarten?

Rechnen wir mal:

Nehmen wir einfach mal an, Sie wollen für Ihr Objekt 490.000 Euro haben. Das ist der Preis, den Sie anhand Ihrer Recherchen für vergleichbare Objekte ermittelt haben. Dann stellen sich die Fragen:

  • Sind die Objekte wirklich direkt vergleichbar?
  • Wurden die anderen Objekte wirklich zu den genannten und geforderten Preisen verkauft?
  • Kennen Sie den wirklich erzielten Verkaufspreis?
  • Kennen Sie den tatsächlichen Zustand der Objekte?

Die Fragen dürften Sie bis jetzt alle mit ‘Nein’ beantwortet haben, wenn Sie ehrlich sind. Ehrlich sollten Sie sich selbst gegenüber schon sein, sonst endet die Geschichte in Frustration und Desaster.

Nehmen wir an, Sie haben Ihr Objekt vor 10 Jahren für 290.000 Euro oder 580.000 DM erworben. Damals hatte man Ihnen gesagt, dass sich die Preise alle zwei Jahre verdoppeln würden – eine ‘bombensichere’ Investition! Das war damals, heute spricht niemand mehr davon, auch nicht der Makler, der Ihnen das Objekt damals verkauft hat (wenn es ihn überhaupt noch gibt!).

Kurz: die 490.000 Euro sind eine Illusion, eine Seifenblase, die kurz vor dem Platzen ist. Freunden Sie sich mit diesem Gedanken an, so schmerzhaft er momentan sein mag. Gehen Sie mit dem Preis runter, oder Ihr Objekt wird wie Blei im Keller liegen und als Karteileiche enden. Ach ja, fallen Sie nicht auf die spanischen Gutachten (Tasación) herein, es sei denn, sie wollen unbedingt die Fakten verbiegen (siehe dazu diesen speziellen Beitrag: Wertgutachten).

Jetzt kommt das ‘Aber’: Allein mit dem Preis runter gehen nützt nichts. Dann wäre ich auf gleichem Niveau wie die Makler, die Ihnen diesen Satz predigen, ohne ihn substantiell begründen zu können. Dem Makler liegt daran, ein Objekt zu verkaufen, um die Provision zu kassieren. Daher wäre es ihm mehr als Recht, wenn Sie Ihr Objekt zum Ramschpreis anbieten würden, um es als ‘Schnäppchen’ in den Haifisch-Teich der Geiz-ist-Geil-Unterschicht zu werfen. Wollen Sie das wirklich, obwohl Sie jetzt schon ahnen, dass es besser geht und Sie mehr für Ihr Objekt erzielen können?

Zur Zeit realistisch wären eher 300.000 Euro. Dann haben Sie zwar keine ‘traumhafte’ Rendite erzielt, aber immerhin 3.600 Tage in einem Traum gelebt. Setzen Sie für diesen Traum 1.000 Euro monatlich als Miete an, kommen Sie auf 12.000 x 10 = 120.000 Euro ‘Verlust’. Da Sie Ihr Objekt jedoch zum gleichen Preis verkaufen, haben Sie effektiv keinen Verlust gemacht, sondern 10 Jahre mietfrei in Ihrem Traum gelebt – ist das etwa nichts?

Verkaufen Sie Ihr Objekt jetzt für 300.000 Euro und legen das Geld für 3 Jahre fest an, bekommen Sie derzeit 3% Zinsen oder 27.000 Euro für 3 Jahre. Ihr Gewinn.

Verkaufen Sie Ihr Objekt erst in 3 Jahren, weil Sie auf Ihren Preisvorstellungen bestehen, müssen Sie jährlich ca. 5.000 bis 10.000 Euro für den Werterhalt, Renovierungen, Gärtner, Sanierungen, Steuern, Gebühren, Anwaltskosten, etc. aufbringen (siehe auch Casa Encantada). Das sind im schlimmsten Fall 30.000 Euro. Ihr Verlust.

Welche der Varianten ist Ihnen sympathischer?

Wir können noch einen Schritt weiter gehen: Variante 1 zeigt Ihnen nach 3 Jahren ein Guthaben von 327.000 Euro. Variante 2 lediglich 270.000 Euro – wenn alles gut geht und wenn Sie Ihr Objekt dann wirklich verkaufen! Da jedoch die Immobilienpreise in Spanien weiter fallen, stehen die Chancen für Sie sehr schlecht – die Zeit arbeitet gegen Sie!

Die Differenz beträgt 60.000 Euro – eine schöne Summe in der heutigen Zeit. Sind Sie sich sicher, dass Sie es sich erlauben können, auf diesen Betrag zu verzichten?

— photograph copyright © 1999-2010 by jens g.r. benthien —

Auf viel ‘Freiraum’ und die Perspektive kommt es an.

Prima, dann wissen wir jetzt, worum es geht, was gemacht werden muss, und stellen eine Checkliste auf:

  1. Wie ist das Verhältnis der Grundfläche jedes Raumes zu der Fläche sämtlicher Möbel und Sitzgelegenheiten in Ihrem Objekt? Dazu messen Sie den Raum und jedes Möbelstück aus.
  2. In welcher Farbe sind die Räume gestrichen?
  3. Welche Farbe haben die Fensterrahmen und Persianas?
  4. Welche Farbe hat der Fussboden, welches Material?
  5. Welche Farbe haben die Möbel?
  6. Sind die Möbel eine einheitliche Stilrichtung und aufeinander abgestimmt, oder bunt zusammengewürfelt?
  7. Wann wurde zuletzt fachgerecht und professionell renoviert?
  8. Sind sämtliche Installationen im und am Haus funktionstüchtig, auf dem neuesten Stand (‘zeitgemäss’)?
  9. Ist der Garten professionell gepflegt?
  10. In welchem Zustand sind der Pool, die Terrassen, die Pumpen und Filteranlagen?
  11. Wann wurden sie zuletzt fachgerecht gewartet und überholt?
  12. Wie einladend sieht die Ein- & Zufahrt zum Haus aus?
  13. Was liegt am und neben dem Gebäude oder im Garten, was dort eigentlich nicht hingehört?
  14. In welchem Zustand sind die umgebenden Mauern oder Zäune?
  15. Wann wurde die Kanalisation oder Forsaseptica das letzte Mal professionell geprüft und ggf. instand gesetzt?
  16. Haben Sie eindrucksvolle und ansprechende Fotos von einem professionellen Fotografen (möglichst Architekturfotografen) anfertigen lassen? Wenn nein, warum nicht? Wenn Sie jetzt der Überzeugung sind, dass Sie das selbst machen können, dann frage ich Sie allen Ernstes, weshalb Sie bisher Ihre Zähne nicht selbst behandelt haben, sondern zum Zahnarzt gegangen sind!
  17. Wo haben Sie Ihr Objekt vorgestellt? Zeitung? Magazin? Internet? Eigene Web Site oder professionell erstellt? Lokaler, regionaler, nationaler oder globaler Auftritt in den vorgenannten Medien?
  18. etc., etc.

Sicherlich merken Sie jetzt schon, wohin die Reise geht. Um Ihr Objekt zu verkaufen, reicht es nicht, sich in Selbstzufriedenheit zu üben und zu sagen: Alles in Ordnung, das haben wir alles allein gemacht. Ihr Stolz in Ehren, aber wenn Sie kein Handwerker sind, reicht das in der heutigen Zeit und momentanen Situation nicht mehr aus. Entweder TOP oder FLOP – dazwischen gibt es nichts.

Mein erstes Objekt, das ich betreut habe, war ein dunkles Haus mit kleinen Fenster, dunklen Möbeln, dunklem Fussboden, hier und dort übergepinselten Wänden, vollgestellt mit Möbeln und Sitzgelegenheiten, die Wände behangen mit (persönlichen) Souvenirs und Erinnerungsstücken der Eigentümer. Es war seit fast 2 Jahren unverkäuflich, trotz intensiver Verkaufsbemühungen und diverser Interessenten-Besuche. 3 Monate später war es ein helles, freundliches Haus mit grosszügigen, fast schon weitläufigen Räumen, sauber, trend- und zeitgemäss, mit hellen Fenstern, die den Räumen eine weiche, gleichmässige und indirekte Beleuchtung gaben. Kurz nach Fertigstellung der Änderungen war es verkauft, zu einem höheren Preis als die Eigentümer nach der langen, frustrierenden Wartezeit erwartet hatten.

Die Gesamtkosten lagen bei ca. 16.000 Euro für eine gründliche Renovierung, neuen Lampen (Halogenspots) und ein paar ausgesuchten Möbeln, Dekomaterial für die Fenster, der Ausgestaltung zweier ‘unauffälliger’ Ecken, und natürlich meiner Planung mit dem ausgeprägten Sinn für das Machbare und gutem Design. Als Industrie-Designer habe ich den Blick und die Ideen dafür, bin am Puls der Zeit für Trends und Farben, und habe Erfahrung mit Hausbau, Neubau, Umbau und Sanierung – starke Vorteile für Ihre Pläne.

Der Verkaufspreis lag bei 400.000 Euro, d.h. die Investition für die Renovierung lag bei nur 4%. Das sind noch 1% weniger als die in Spanien vom Verkäufer zu zahlende Maklerprovision. Wenn Sie vernünftig planen und den Verkauf professionell angehen, ist die Investition in eine ‘Wertsteigerung’ Ihres Objekts sinnvoller als jede andere Massnahme. Selbstverständlich sind in dem Plan auch Tips & Tricks für die eigene Vermarktung in seriösen (!) Medien enthalten.

— photograph copyright © 1999-2010 by jens g.r. benthien —

Diese moderne Küche mit Gaggenau-Geräten würden mindestens 80% der Interessenten sofort übernehmen.

Sie meinen das geht nicht?

Aber sicher geht das. Überlegen Sie mal: die meisten spanischen Immobilien sind in einem grausamen Zustand. Wenn Sie etwas ‘Besseres’ anbieten, ist das Interesse ungleich grösser.

Denken Sie doch mal im Kopf den potentiellen Kunden:

  • Hm, wenn wir das Haus kaufen, wo sollen wir dann die Einrichtung entsorgen? (Denken Sie daran: viele Neukäufer sprechen kein Spanisch und kennen sich nicht in dem Land aus – das allein ist eine grosse Hürde, und Sie bauen die zweite gleich mit einer Einrichtungsübernahme auf…)
  • Hm, wenn wir das Objekt kaufen, bezahlen wir für eine Einrichtung, die für uns keinen Wert hat.
  • Hm, die Wände müssten auch mal gestrichen werden.
  • Oh Gott, ist das hier vollgestopft und klein!
  • Himmel, was liegt denn alles an der Mauer zum Nachbarn?
  • Und so weiter…

Sie sind doch auch der Meinung, dass es sinnvoller ist, Ihr Objekt zu verschönern und attraktiver zu machen, als das Geld einem Makler in die Hand zu drücken, der sich keine grosse Mühe geben würde (und selbst wenn – er hätte mit den gleichen Problemen des ‘alten’ Eindrucks zu kämpfen und somit ebenso wenig Erfolg bei den anspruchsvollen Kunden).

Nochmal im Klartext: Dem Makler müssen Sie 5% Provision vom Verkaufspreis zahlen. Was hat er dafür getan? Er ist mit einem Foto-Handy oder einer 200 Euro Knipskamera durch Ihr Objekt marschiert und grausame Bildchen gemacht, hat kurz mit Ihnen gesprochen, ein paar DIN A4 Blätter für sein Schaufenster ausgedruckt, ein paar Textbausteine zusammengeschustert und die Daten in seinen PC geschoben. Alles zusammen ca. 60 Minuten Zeitaufwand, wofür er – um bei obigem Beispiel zu bleiben – satte 15.000 Euro als Stundenlohn erhält. Jetzt gehen Sie doch mal in sich und überlegen, wie viel mehr Ihnen eine professionelle Aufbereitung Ihres Objekts bietet…

Fangen Sie heute an, Ihre Situation zum Positiven zu ändern. Mit professioneller Unterstützung und Beratung. Rufen Sie mich an (Telefon 0049-157-876-200-88 [ich bin zur Zeit in Deutschland] ) oder schreiben Sie mir eine e-mail.

Reden wir drüber und verkaufen wir Ihr Objekt!

Übrigens bin ich kein Makler, und ich bin in der glücklichen Lage, kein Haus verkaufen zu müssen. Weil der Trend für mich seit Jahren absehbar war, habe ich eine ganz bescheidene Mietwohnung, die ich jederzeit kündigen kann…

Wenn Sie mehr über fällige Steuern bei einem Haus- oder Wohnungsverkauf wissen wollen: CLICK !

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Wohin die Immobilien-Reise geht

2011/02/13

Wohin Sie in Spanien sehen, der inländische Immobilienmarkt ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen – tot. Die Preise fallen ins Bodenlose, ein Ende der Talfahrt ist noch nicht abzusehen, auch wenn Banken und Regierung gern andere Visionen verbreiten.

Ganz ehrlich: es muss noch viel schlimmer und härter kommen! Nicht nur Sie sind dem Immobilien-Hype der Spanier auf den Leim gegangen, Hunderttausende oder Millionen Andere auch. Sie sind Opfer der Immobilienmafia und der Gier geworden, und genau dies muss ein Ende haben.

Die Spanier haben es perfekt ausgenutzt, die Nordeuropäer (und auch ihre eigenen Landsleute) auszunehmen. Weisse Wände, blauer Himmel, gelber Strand, türkisfarbenes Meer, Palmen, Oleander, Pinien – da wurde jeder Preis ohne Nachfrage bezahlt. Die Nordeuropäer haben nichts hinterfragt oder geprüft, sie sind davon ausgegangen, dass die gewohnten Bau-Standards auch in Spanien gelten. Aber das war und ist der grösste Irrtum in der spanischen Immobiliengeschichte, der viele Menschen jetzt in die Armut, zumindest jedoch in die Verlustzone treibt.

Spanische Häuser sind weiter vom deutschen Standard entfernt als die Erde vom Uranus. Selbst heute noch werden in den Vororten von Granada auf über 1.000 Meter Höhe Neubauten ohne Isolierung in den Wänden, ohne Isofenster, ohne Schallisolierung, ohne Heizung (!) hochgezogen, zu Preisen, die weit über denen vergleichbar grosser deutscher Wohnungen liegen. Ich schreibe extra ‘vergleichbar grosser’, denn vergleichbar sind deutsche und spanische Wohnungen oder Häuser auf keinen Fall:

Eine deutsche Eigentumswohnung mit ca. 60 m² Wohnfläche kostet – abhängig von der Lage – ca. 120.000 Euro. Mit jedem erdenklichen Komfort wie Isolierung der Wände, Behaglichkeit im Winter dank sauberer Zentralheizung, sauber verfliesten Fussböden, graden Wänden, isolierten Kupferleitungen, nach DIN verkabelter Elektro-Installation, winddichten Isofenstern, sauber verlegten Teppichböden, abgedichteten und isolierten Dächern, solider Bauweise, aufgeräumten Grundstücken, wasserdichten Garagen.

Eine gleich grosse Wohnung in Spanien kostet immer noch das Doppelte (während des Hypes mit der Hochpreisphase bis zum Vierfachen und mehr!). Jedoch ohne Isolierung der Wände, mit einem lausigen Mini-Fundament, schiefen Fussböden, wellig verputzten Wänden, nicht isolierten Kupferleitungen, wild verkabelter E-Installation, winddurchlässigen Fenstern, durchlässigen Dächern, Schrottsteinen in den Wänden, Grundstücken mit Baumüll, Garagen die unter Wasser stehen wenn es regnet und OHNE Heizung.

Die exorbitanten Preise wurden ganz dreist verlangt – und leider bezahlt. Der ‘Sonnenfaktor’ machte es möglich, und der ‘Blaue Himmel Faktor’ machte die Käufer blind. Kurz: es wurde bis zu 4 Mal so viel für ein Objekt in Spanien bezahlt wie in Deutschland, für maximal ein ¼ der Qualität.

Jetzt zeigen Sie nicht mit dem Finger auf mich – ich habe Ihnen den Krempel nicht angedreht, ich habe immer vor den Machenschaften gewarnt! Lesen Sie weiter, um zu erfahren, weshalb der spanische Immobilienmarkt auf absehbare Zeit tot bleiben wird.

Halten wir fest: In Spanien wurden Immobilien mit einem Faktor 8 verramscht, bezogen auf deutsche Qualität und Standards. Nur weil die Sonne scheint und der Himmel blau ist.

Wenn ich Ihnen jetzt sage, dass der gesetzliche Mindestlohn für einen Bauarbeiter in Andalusien vor 2 Jahren bei 8,60 Euro pro Tag (!) lag, dann dämmert Ihnen langsam, wie billig die Hütten hochgezogen wurden, und wie viel Gewinn die Bauunternehmen, Immobilienhaie und allen voran die Banken gemacht haben. Denken Sie besser nicht darüber nach, ob die Bauarbeiter – unabhängig von den Gewerken – eine Ausbildung hatten. Hatten sie nicht. Tausende Spanier sind aus der Grundschule gelaufen und haben die (Aus)Bildung geschmissen, weil sie ‘dicke, fette Kohle’ als Abzocker im Immobilienmarkt machen konnten. Der Spanier verdient sein Geld nicht durch Arbeit, er gewinnt es: im Spanischen gibt es das Wort ‘verdienen’ nicht, nur ‘ganar’ = gewinnen. Über Jahrzehnte funktionierte dies System – die Nordeuropäer erarbeiteten und verdienten ihr Einkommen und haben es nach Spanien getragen, damit es dort ‘gewonnen’ werden konnte.

Dieses System wiederum war Grundlage für die Korruption, von der sich die Nordeuropäer keine Vorstellung machen können. Als Griechenland ‘notleidend’ wurde hiess es, dass die dortige ‘gewaltige, omnipräsente und unvorstellbare Korruption’ abgebaut werden müsse, damit das Land sich stabilisieren könne. Diejenigen, die das geschrieben haben, wissen noch nichts von der spanischen Korruption – wenn die Machenschaften der Spanier ans Tageslicht kommen, wird ein Beben der Erschütterung durch Europa rollen. Die Bauunternehmer machten Gewinne ohne Ende, nur ein Teil wurde versteuert, ein Grossteil den kommunalen Fürsten in die Weste gesteckt um neue Genehmigungen zu bekommen, die auf normalem Weg per Gesetz oder königlichem Dekret verboten waren (Bau direkt an der Küste, etc.)

Ein Beispiel: Ein Objekt, das für 240.000 Euro verkauft wurde, hat in der Herstellung weniger als 30.000 Euro gekostet. Wenn überhaupt. Spätestens jetzt sollte Ihnen klar werden, dass Sie 200.000 Euro für heisse Luft bezahlt haben.

Ihr Problem: Die Käufer von heute und morgen wissen über diese überzogenen Profite und mangelhafte Qualität. Die Schere geht immer weiter auseinander – zu Ungunsten der Immobilienverkäufer. Schon vor zwei Jahren konnten sich spanische Bauunternehmer nur mit Bodyguards in den Gross-Städten wie Madrid, Zaragoza, Málaga und Barcelona bewegen, sonst wären sie bereits von den eigenen Landsleuten auf offener Strasse gelyncht worden (Tele5 hat fast täglich darüber berichtet).

Jetzt haben Sie ungefähr eine Vorstellung davon, in welcher Situation Sie sich als Immobilienbesitzer in Spanien zur Zeit befinden. Erst wenn die spanischen Immobilienpreise soweit in den Keller gegangen sind, dass sie den realen Wert reflektieren, d.h. entsprechend der Qualität in Relation zu deutschen oder nordeuropäischen Standards bei einem Bruchteil der deutschen Preise angelangt sind, wird sich der Markt stabilisieren. Und dann dürfen wir den Spaniern gern einen kleinen Zuschlag für die Sonnenlage, den blauen Himmel und das türkisfarbene Meer zugestehen. Nicht mehr, nicht weniger.

Im Klartext: erst wenn ein Objekt in Spanien im Vergleich zu einem deutschen Objekt nur noch ¼ kostet, ist der Markt dort angekommen, wo er hingehört. Alles andere ist heisse Luft und Betrug.

Mehr zu dem Thema in der wirtschaftswoche

Auszug/screenshot copyright by wirtschaftswoche

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Leben in Spanien – ein Himmelfahrts-Kommando?

2010/10/27

Nun, ganz so krass sollte man das Leben in Spanien derzeit nicht betrachten. Spanien ist nach wie vor ein wunderschönes Land mit (leider immer weniger) sehr freundlichen Menschen, aber Spanien hat sich – ebenso wie viele andere Länder – zu einem Paradies für ‘Abzocker’ entwickelt. Ich versuche hier mal ein paar Dinge aufzulisten:

  • Spanien hat traumhafte Landschaften – manche sagen, es sei wie ein grosses, extrem weitläufiges Museum. Vom rauhen Norden bis zum lieblichen Süden ist alles enthalten.
  • Spanien ist – zumindest abseits der Touristen-Hochburgen – nicht überlaufen. Mit einer Fläche, die grösser ist als Deutschland, jedoch nur 40 Millionen Einwohner. Da tritt man sich nicht so schnell auf die Füsse, es sei denn, man lebt in einer der Mega-Städte wie Zaragossa, Madrid, Barcelona.
  • Spanien bietet einen legeren Lebens-Stil. Ob noch im Berufsleben oder als Rentner – wer die spanische Art zu leben mag und den permanenten Stress des Lebens auf der Überholspur nicht mehr möchte, ist hier gut aufgehoben.
  • Spanien steckt mitten drin in einer tiefen Krise. Tiefer als die Medien berichten oder die Regierung zugibt. Das soll jedoch Investoren oder ‘Auswanderer’ nicht unbedingt davon abhalten, Spanien als Ziel zu wählen. Allerdings: ich kann im Moment nur jedem davon abraten, in eine der immer noch überteuerten Immobilien an den Küsten zu investieren. Warten Sie damit noch ein oder zwei Jahre, und mieten Sie solange erst einmal eine Wohnung – das hat den Vorteil, dass Sie sich besser mit der Umgebung vertraut machen können. Und natürlich ohne grosse Investitionen und Risiken prüfen können, ob Ihnen das Land wirklich zusagt.
  • Wenn Sie sich eine kleine Wohnung mieten, die nähere Umgebung erforscht haben und wissen, wo Sie was einkaufen können, sind sie schon einen gewaltigen Schritt weiter und werden feststellen, dass das Leben in Spanien zwar nicht mehr so preiswert ist wie noch vor ein paar Jahren, aber im Vergleich zu anderen europäischen Ländern recht gut abschneidet.
  • Wenn Sie jetzt im Rentenalter nach Spanien ziehen oder sich hier ein zweite Zuhause anschaffen wollen, dann ist der Zeitpunkt sogar günstig, denn die Immobilienpreise fallen immer noch. Warten lohnt sich in diesem Fall – Sie haben ja nichts zu verlieren, im Gegenteil, Sie können höchstens dazu gewinnen.

Jetzt kommt das ABER.

  • Wenn Sie in Spanien leben und arbeiten wollen, dann ist das Leben in diesem Land zur Zeit ein Himmelfahrts-Kommando, es sei denn, Ihr deutscher Arbeitgeber ‘entsendet’ Sie. Nur ein eigenes Geschäft (Restaurant, Bar, Kneipe, Bootsverleih, etc.) aufzumachen wäre wirtschaftliches Harakiri. Da kommen Sie locker 30 Jahre zu spät – der Zug der goldenen Zeiten ist schon längst abgefahren und wird nicht mehr zurückkehren.

Welche Vorteile bietet Spanien immer noch, trotz der Krise?

  • Es gehört zu Europa.
  • Sie können die Schrift lesen. (Rentner in Thailand haben da so ihre Probleme…)
  • Zumindest ganz tief im Süden, in Andalucía, hat Spanien ein relativ warmes Klima auch im Winter. Dazu gehört der Küstenstreifen von Motril bis Estepona, nicht jedoch die Sierras nördlich der Küstenlinie: dort sind die Winter eisig mit Schnee, vielen Wolken, ohne Heizung (siehe auch diese Information).
  • Sie haben eine relativ bis sehr gut ausgebaute Infrastruktur, je nach Region. Es gibt sehr gute Strassen und Autobahnen, Flugverbindungen und Hochgeschwindigkeits-Züge (AVE, landesweit, überwiegend in der östlichen Hälfte des Landes) sowie Neigetechnik-Züge (Talgo, überwiegend in Nordspanien) zwischen den wichtigsten Städten. Sollten die Flugkosten ins Unermessliche steigen, können Sie jederzeit mit dem Auto jeden Punkt in Europa erreichen (abgesehen von den Inseln, dort werden Sie immer das Nadelöhr der Fähren mit den total überzogenen Preisen haben).
  • Sie haben eine preiswerte – private! – Krankenversicherung.
  • Es leben viele Deutsche, Holländer, Engländer, Franzosen und Skandinavier hier, in manchen Gebieten finden Sie Menschen aus über 50 Ländern der Welt versammelt. Das heisst: Sie sind nie richtig allein. Es sei denn, Sie wollen allein sein.
  • Spanien hat die gleiche Währung wie Deutschland. Sie sind nicht den Wechselkurs-Risiken ausgesetzt wie die Engländer, die zur Zeit scharenweise das Land verlassen, weil das Geld nicht mehr reicht (der Kurs des British Pound ist in den letzten 2 Jahren gewaltig gefallen).
  • Die medizinische Versorgung ist – verglichen mit den ‘Traumzielen’ in Latein-Amerika – überdurchschnittlich gut.
  • Es kann Sie mal jemand aus der Heimat besuchen (was z.B. bei einem Leben in Thailand eher selten passieren dürfte).

Natürlich, Spanien ist nicht mehr das El Dorado, das es vor 20 bis 30 Jahren einmal war. Aber es ist immer noch ein Land, in dem es sich sehr gut und komfortabel leben lässt, wenn man einige wichtige Punkte (siehe hier) beachtet. Weitere Informationen finden Sie weiter unten oder im Beitrag Hauskauf in Spanien und Haus-, Wohnungs- & Immobilienkauf in Spanien.

Disfruta la vida!

Wenn Sie Ihre Auswanderer-Pläne schon fertig haben, fehlt Ihnen nur noch eine gute Spedition, um Ihre Möbel zu Ihrem neuen Domizil bringen zu lassen. Die gibt es zum Beispiel hier (Spedition Zurek).

— photograph copyright © 1999-2010 by jens g.r. benthien —

[ Comares · Málaga ]

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Hauskauf in Spanien

2010/10/10

Weisse Wände.

Blauer Pool davor.

Dunkelblauer Himmel darüber.

Goldgelber Strand.

Türkisfarbenes Meer.

Ein paar Palmen, die sich im Wind wiegen.

Der betörende Duft der blühenden Oleander, der über all dem liegt.

— photograph © 1999-2010 by jens g.r. benthien —

Wer kann da schon widerstehen?

Eben. Hunderttausende konnten es nicht, weil es wie ein Paradies aussieht. Aus der Beschreibung geht schon ganz deutlich hervor, zu welcher Jahreszeit diese Geschichte spielt: Im Sommer, denn im Winter ist der Himmel selten dunkelblau.

Ein paar Liegen stehen dekorativ einladend auf der Terrasse neben dem Pool, der Blick schweift mehr oder weniger ungehindert Richtung Mittelmeer. Sie haben das Haus mit dem Makler angesehen, Sätze gehört wie: Ach, das wird noch repariert bevor Sie einziehen. Ach, das ist eine Kleinigkeit, das erledigt der Hausmeister heute Nachmittag. Aber die Lage und der Ausblick – ist das nicht ein Traum?

Sie denken nur noch: Ja, das ist ein Traum. Mein Traum. Unser Traum.

Sie hören den Makler: Objekte wie dieses sind nur sehr selten im Angebot. Wir haben in dieser Woche allein schon 12 Besichtigungen durchgeführt, das Interesse ist riesig.

Sie denken: Das kann ich mir vorstellen. Wir sollten wirklich handeln.

Wirklich?

Nein, lassen Sie sich Zeit. Viel Zeit. Vereinbaren Sie noch einen zweiten, dritten und vierten Termin zu unterschiedlichen Tageszeiten, fahren Sie die Umgebung morgens, mittags, nachmittags, abends und nachts ab oder gehen Sie zu Fuss durch die Urbanisation. Dann werden Sie feststellen, dass der Hausmeister verhindert war (das ist er schon seit Monaten) und die Kleinigkeit immer noch Ihre Aufmerksamkeit fordert. Sie werden feststellen, dass das Objekt immer noch nicht verkauft ist, trotz des angeblich regen Interesses. Repariert wurde auch noch nichts, im Gegenteil, heute liegt noch ein kleines Stückchen Putz vor einer Wand, das gestern noch nicht dort lag.

Vormittags hören Sie dann Baulärm aus der Nachbarschaft. Nachmittags kreischende Kinder. Abends die Party der Nachbarn (Sie wissen nur noch nicht, dass die dreimal pro Woche eine Party schmeissen). Die Musik vom Hotel ganz vorne an der Strassen-Ecke schallt unüberhörbar ins Haus. Um Mitternacht oder kurz danach beginnt ein Höllenlärm: die Müll-Container vor dem Nachbarhaus werden entleert. Um 1:00 in der frühe knattern zig Mopeds vorbei – die jungen Service-Kräfte des Hotel auf dem Weg nach Hause oder zur Frühschicht.

Wie, das hat Ihnen niemand gesagt?

Hm. Der Makler will das Objekt aus seinem Bestand loswerden und preist es in immer schöneren Farben an. Er verschweigt Ihnen allerdings, dass Spanien – nach Japan – das zweitlauteste Land der Welt ist. Und das lauteste in Europa.

Aber der Ausblick! Sie müssen sich zwar weit über die Balkonbrüstung lehnen und nach rechts schauen, um das Meer überhaupt ausmachen zu können, aber der Blick kostet halt. Lage, Lage, Lage, und wenn sie noch so absurd ist.

Wie, jetzt habe ich Ihnen eine Illusion zerstört? Ach was, das ist doch längst noch nicht alles. Das sind noch die harmloseren Attribute, die Ihnen begegnen werden.

Wie wäre es denn beispielsweise hiermit: Sie haben Ihr Haus im Sommer gekauft. Eine Heizung brauchen Sie nicht – hat der Makler gesagt. Denn: Sie sind hier im milden Mittelmeer-Klima. Und jetzt ist es im Haus saukalt und sie sehen eine Farbveränderung an der Wand. Sieht aus wie ein dezenter Wasserfleck. Oder doch nur ein Schatten? Nein, Sie können sicher sein, dass es ein Wasserfleck ist. Das Mauerwerk hat sich mit Feuchtigkeit im Herbst vollgesogen und gibt sie permanent nach innen ab. Aber, verdammt nochmal, woher soll denn die Feuchtigkeit kommen?

Des Rätsels Lösung wird Sie schockieren: von aussen, denn weit über 98% der spanischen Häuser haben zwischen Sohlplatte und Wänden keine Isolier- oder Sperrschicht. Von Fundament rede ich hier nicht, denn der maximal 40 cm in den Boden gekleisterte Beton sind kein Fundament im deutschen Sinne.

Die zweite Variante für die Ursache der feuchten Wände kann Sie treffen, wenn Sie eine Immobilie auf den Balearen gekauft haben. Die Mallorquiner hielten sich schon immer besonders schlau: da es so gut wie keine Sandgruben gibt, wurde der Sand von den Stränden genommen. Er ist auch weiss, fein und sieht super aus. Nur: er hat einen extrem hohen Salzgehalt. Salz ist stark hygroskopisch, d.h. es saugt die Feuchtigkeit gradezu an. Und wohin geht diese Feuchtigkeit? Genau: in Ihren Traum.

Die anderen Varianten will ich hier nicht weiter erläutern – Blöcke aus Kalksandstein (Mares) oder Beton (Bloques) haben eine andere, jedoch ebenso fatale Wirkung auf Ihren Traum, der sich langsam zum Albtraum entwickelt, je weiter der Winter ins Land zieht.

Doch dazu später mehr – sobald ich etwas mehr Zeit habe…

— photograph © 1999-2010 by jens g.r. benthien —

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Haus-, Wohnungs- & Immobilienkauf in Spanien

2010/10/10

Casa Encantada – Das verzauberte Haus

Sie wollen sich endlich Ihren Traum verwirklichen. Nachdem Sie schon viele Jahre Ihren Urlaub in Spanien verbracht haben, wollen Sie jetzt den nächsten (logischen?) Schritt machen und sich eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus anschaffen. Jetzt sind Sie dabei, möglichst viel Informationen zu bekommen und recherchieren daher Stunden, Tage, Wochen im Internet. Aber ausser tausender schöner Fotos, auf denen in 90% der Fälle ein blauer Pool vor einen weissen Haus abgebildet ist, finden Sie kaum Hintergrund-Informationen. Es ist nicht das, was Sie suchen – Sie wollen mehr, sie wollen Hintergrund-Informationen über Fallstricke, Probleme, Fakten, damit Sie keine Fehlentscheidung treffen.

Bevor Sie verzweifeln – das gibt es. Geballt an einer Stelle unter Casa Encantada (Link oder Foto klicken)

 

Darin habe ich ein paar Informationen zusammen getragen, die wirklich jeden Immobilienkäufer in Spanien interessieren sollten.

Ich erlebe es immer wieder, wie Käufer nach einem Haus- oder Wohnungskauf in Spanien von ihrer Wahl enttäuscht – oder sogar verzweifelt – sind, weil die Versprechen, die gemacht wurden, nicht eingehalten wurden. Nach über 6 Jahren in Spanien, diversen Umzügen, Hausreparaturen, Reinfällen, Abzocke, Lügen und Ammenmärchen weiss ich, worauf ein Käufer achten muss.

Wenn Sie nach der Lektüre mehr wissen wollen, können Sie mich gern über die e-mail auf der Seite oder hier kontaktieren.